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Typ 14: Sandgeprägte Tieflandbäche


Relevante Bewertungsmodule:

„Saprobie“, „Allgemeine Degradation“


Modul „Saprobie“:

Tabelle 1: Grundzustand und Klassengrenzen des Saprobienindex

Grundzustand
Metric-Werte der Klassengrenzen
Metric-Typ
Metric-Name
KG 1/2
KG 2/3
KG 3/4
KG 4/5
T
Saprobienindex
1,65
1,80
2,25
2,85
3,40

Textliche Erläuterung:

Der Gewässertyp zeichnet sich durch einen mäßig hohen saprobiellen Grundzu­stand aus. Der natürliche Eintrag organisch abbaubaren Materials endogener wie auch exogener Herkunft ist in der Menge vergleichbar mit dem der Bachtypen im Mittelgebirge. Aufgrund des deutlich geringeren Gefälles und einer geringen Rauhigkeit der Sohle ist die Kontaktfläche zwischen Wasserkörper und Luft eingeschränkt, so dass weniger Sauerstoff ins Gewässer eingetragen werden kann.


Modul „Allgemeine Degradation“:

Tabelle 2: Ankerpunkte und Metric-Werte der Core Metrics

Ankerpunkte
Metric-Werte der Klassengrenzen
Metric-Typ
Core Metric-Name
oben
unten
KG 1/2
KG 2/3
KG 3/4
KG 4/5
Z/A
EPT [%] (HK)
60,00
15,00
51,00
42,00
33,00
24,00
T
Fauna-Index Typ 14/16
1,30
-1,00
0,84
0,38
-0,08
-0,54
V/D
Anzahl Trichoptera-Arten
10,00
2,00
8,40
6,80
5,20
3,60

Erläuterung der Metric-Auswahl:

Die Sandgeprägten Tieflandbäche zeichnen sich im naturnahen Zustand durch ein mäandrierendes Fließverhalten aus. Durch den Wechsel von ruhig sowie kurzen turbulent fließenden Abschnitten sind vorwiegend Arten schneller bis langsam fließender Gewässer vertreten; Arten der Stillwasserzonen kommen nur zu einem geringen Anteil vor (Litoral-Besiedler [%]). Dominierende Sohlsubstrate sind Sand und Kies, durchsetzt mit wichtigen sekundären Habitatstrukturen wie Totholz, Erlenwurzeln, Wasserpflanzen und Falllaub. Die große Habitatvielfalt dieser organischen Substrate führt zu einer artenreichen Makrozoobenthoszönose, wobei Ephemeroptera, Plecoptera und Trichoptera in naturnahen Gewässern dieses Typs bis zu 60 % der vorkommenden Individuen stellen (EPT [%] (HK)). Die strukturelle Vielfalt der Sekundärsubstrate bedingt das Vorkommen speziell angepasster, anspruchsvoller Arten (Fauna-Index Typ 14/16), darunter verschiedene Köcherfliegenarten (Anzahl Trichoptera-Arten).

EPT [%] (HK): Ein hoher Anteil EPT-Taxa an den Gesamtindividuen indiziert u. a. eine hohe Strukturvielfalt und eine natürliche Habitatzusammensetzung. Niedrigere Werte des Metrics (<= 42 %) deuten auf ein Artendefizit sowie verscho­bene Arten- und Abundanzverhältnisse innerhalb dieser charakteristischen Gruppe hin. Ein Faktor, der die Höhe des Metric-Wertes beeinflusst, ist insbe­sondere der Waldanteil im Einzugsgebiet.

Fauna-Index Typ 14/16: Der Index ist hoch mit positiven Strukturelementen korreliert und bewertet somit vor allem die Auswirkungen struktureller Degradation auf Habitatebene (z. B. Vorkommen oder Fehlen bestimmter Mikro­habitate), reagiert aber auch auf Beeinträchtigungen auf Einzugsgebietebene (z. B. verstärkte Sedimentation aus intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen). Höhere Werte des Metrics (> 0,38) indizieren ein strukturell intaktes Gewässer und sind bedingt durch das Vorkommen von Taxa, die bevorzugt in Gewässern mit naturnaher Morphologie vorkommen (z. B. xylophage Arten wie Macronychus quadrituberculatus und Lasiocephala basalis).

Strukturelle Verarmung zeigt sich durch das Vorkommen von Taxa, die in Ge­wässern mit degradierter Morphologie verbreitet sind, darunter die Eintagsfliege Caenis horaria oder die Köcherfliege Goera pilosa in größeren Individuendichten. Faktoren, die die Höhe des Metric-Wertes bestimmen, sind insbesondere die Strömungsdiversität, die Profiltiefe eines Gewässers sowie der Waldanteil im Einzugsgebiet.

Anzahl Trichoptera-Arten: Köcherfliegen sind in naturnahen Sandgeprägten Tieflandbächen mit zahlreichen, vielfach spezialisierten Arten vertreten (> 7 Taxa), die bevorzugt Sekundärsubstrate wie Totholz und Falllaub sowie Kiesbänke besiedeln und das Vorkommen einer diversen Makrozoo­benthos­zönose indizieren. Typspezifische Arten sind u. a. Lasiocephala basalis, Arten der Gattung Sericostoma, die sich vorwiegend als Zerkleinerer ernähren sowie die strömungsliebenden Arten Agapetus fuscipes und A. ochripes. Niedrige Werte des Metrics lassen u. a. auf Strukturarmut schließen (z. B. aufgrund des Fehlens organischer Sekundärsubstrate). Ein weiterer Faktor, der das Vorkommen von Trichoptera-Arten beeinflusst, ist der Waldanteil im Einzugsgebiet.


Modul „Versauerung“:

Für diesen Gewässertyp nicht relevant.

Textliche Erläuterung:

entfällt


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© 2018Universität Duisburg Essen | Datum: 17.01.2018
Online: http://fliessgewaesserbewertung.de/kurzdarstellungen/bewertung/typ14/index.php