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Typ 19: Kleine Niederungsfließgewässer in Fluss- und Stromtälern


Relevante Bewertungsmodule:

„Saprobie“, „Allgemeine Degradation“


Modul „Saprobie“:

Tabelle 1: Grundzustand und Klassengrenzen des Saprobienindex

Grundzustand
Metric-Werte der Klassengrenzen
Metric-Typ
Metric-Name
KG 1/2
KG 2/3
KG 3/4
KG 4/5
T
Saprobienindex
1,80
1,90
2,35
2,90
3,45

Textliche Erläuterung:

Der Gewässertyp zeichnet sich durch einen hohen saprobiellen Grundzustand aus und ist in seiner Höhe vergleichbar mit dem des Fließgewässertyps 20. Beide Gewässertypen sind aufgrund ihrer räumlichen Nähe eng miteinander verzahnt, wobei die Autosaprobität des Typs 19 in nicht unerheblichem Maße beeinflusst wird. Das Gefälle ist aufgrund des mäandrierenden Verlaufs sehr niedrig, ab­schnittsweise kommen strömungsfreie Bereiche vor.


Modul „Allgemeine Degradation“:

Tabelle 2: Ankerpunkte und Metric-Werte der Core Metrics

Ankerpunkte
Metric-Werte der Klassengrenzen
Metric-Typ
Core Metric-Name
oben
unten
KG 1/2
KG 2/3
KG 3/4
KG 4/5
Z/A
EPT [%] (HK)
40,00
5,00
33,00
26,00
19,00
12,00
T
Fauna.Index Typ 19
1,55
-0,15
1,21
0,87
0,53
0,19
V/D
Anzahl Trichoptera-Arten
10,00
0,00
8,00
6,00
4,00
2,00

Erläuterung der Metric-Auswahl:

Kleine Niederungsfließgewässer in Fluss- und Stromtälern zeichnen sich im naturnahen Zustand durch einen gefällearmen, geschwungenen bis mäandrieren­den Verlauf aus mit einem charakteristischen Wechsel von Fließ- und Stillwasser­situationen. Dominierend sind organische Sohlsubstrate wie Makrophyten oder Totholz. Die Habitatvielfalt dieser organischen Substrate sowie das variierende Fließverhalten führen zu einer vergleichsweise artenreichen Makrozoobenthos­zönose, wobei Ephemeroptera, Plecoptera und Trichoptera in naturnahen Gewässern dieses Typs bis zu 40 % der vorkommenden Individuen stellen (EPT [%] (HK)). Die strukturelle Vielfalt der Substrate bedingt das Vorkommen speziell angepasster, anspruchsvoller Arten (Fauna-Index Typ 11/12), darunter verschiedene Köcherfliegenarten (Anzahl Trichoptera-Arten).

EPT [%] (HK): Ein hoher Anteil EPT-Taxa an den Gesamtindividuen indiziert u. a. eine hohe Strukturvielfalt und eine natürliche Habitatzusammensetzung. Niedrige Werte des Metrics (<= 26 %) deuten auf ein Artendefizit sowie verschobene Arten- und Abundanzverhältnisse innerhalb dieser charakteristischen Gruppe hin. Ein Faktor, der die Höhe des Metric-Wertes beeinflusst, ist insbesondere der Waldan­teil im Einzugsgebiet.

Fauna-Index Typ 11/12: Der Index ist hoch mit positiven Strukturelementen korreliert und bewertet somit vor allem die Auswirkungen struktureller Degrada­tion auf Habitatebene (z. B. Vorkommen oder Fehlen bestimmter Mikrohabitate), reagiert aber auch auf Beeinträchtigungen auf Einzugsgebietebene (z. B. ver­stärkte Sedimentation aus intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen). Höhere Werte des Metrics (> 0,19), bedingt durch das Vorkommen von Taxa, die bevor­zugt in Gewässern mit naturnaher Morphologie vorkommen (z. B. xylo­phage Taxa wie Lepidostoma hirtum oder Arten der Gattung Lype sp.), indizieren ein strukturell intaktes Gewässer. Strukturelle Verarmung zeigt sich durch das Vorkommen von Taxa, die in Gewässern mit degradierter Morphologie verbreitet sind, darunter die Eintagsfliege Caenis horaria oder die Köcherfliege Goera pilosa in größeren Individuendichten. Faktoren, die die Höhe des Metric-Wertes bestimmen, sind insbesondere das Vorhandensein besonderer Uferstrukturen sowie der Waldanteil im Einzugsgebiet.

Anzahl Trichoptera-Arten: Köcherfliegen sind in naturnahen Gewässern des Typs 19 mit mehreren Arten vertreten (> 4 Taxa), die bevorzugt Makrophyten oder Sekundärsubstrate wie Totholz besiedeln und das Vorkommen einer typspezifischen Makrozoobenthoszönose indizieren. Typspezifische Arten sind u. a. Lepidostoma hirtum sowie Halesus radiatus, die sich vorwiegend als Zerkleinerer der Wasserpflanzen und des partikulären organischen Materials ernährt. Niedrige Werte des Metrics lassen u. a. auf Strukturarmut, z. B. durch das Fehlen der organischen Sekundärsubstrate schließen. Ein weiterer Faktor, der das Vorkommen von Trichoptera-Arten beeinflusst, ist der Waldanteil im Einzugsgebiet.


Modul „Versauerung“:

Für diesen Gewässertyp nicht relevant.

Textliche Erläuterung:

entfällt


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© 2018Universität Duisburg Essen | Datum: 17.01.2018
Online: http://fliessgewaesserbewertung.de/kurzdarstellungen/bewertung/typ19/index.php