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Deutscher Saprobienindex


Bewertungsrelevant für die Typen

1.1, 1.2, 2.1, 2.2, 3.1, 3.2, 4, 5, 5.1, 6, 6_K, 7, 9, 9.1, 9.1_K, 9.2, 10, 11, 12, 14, 15, 15_groß, 16, 17, 18, 19, 20, 21_N, 21_S, 22, 23

Beschreibung

Der typspezifische, leitbildbezogene Saprobienindex bewertet die Auswirkungen organischer Verschmutzung auf das Makrozoobenthos. Die Berechnung erfolgt auf Grundlage von Häufigkeitsklassen.

Formel

Der Saprobienindex (S) wird wie folgt berechnet:

Folgende Werte werden ergänzend zum Saprobienindex berechnet:

Anzahl der eingestuften Indikatortaxa (inkl. eingestufter höherer Taxa): 741

Der Saprobienindex wird anhand der leitbildbezogenen typspezifischen Klassengrenzen in eine Gewässergüteklasse überführt, die somit eine Bewertung des saprobiellen Zustandes anhand von fünf Zustandsklassen ermöglicht.

Referenzen zu Entwicklung und Definition

Referenzen zur Anwendung

Ökologische Aussage des Metrics

Der Saprobienindex gibt in erster Linie den saprobiellen Zustand eines Gewässers wieder. Je höher der Index ist, desto höher ist die Intensität des Abbaus organischer Substanzen und desto mehr Nahrung steht dem Makrozoobenthos zur Verfügung; eine erhöhte Abbautätigkeit ist zwangsläufig mit einem sinkenden Gehalt an gelöstem Sauerstoff verbunden. Mit zunehmender Saprobie verschiebt sich folglich die Lebensgemeinschaft hin zu solchen Taxa, die Defizite im Sauerstoffgehalt tolerieren können. Diese Taxa gehören überwiegend den ökologischen Gilden Detritusfresser, Feinsedimentbewohner sowie Profundal- und Potamalbewohner an, der Anteil rheophiler Taxa nimmt dagegen ab. Bei Saprobienindices über 3,0 dominieren tolerante Chironomiden und Oligochaeten, bis, bei noch höheren Sauerstoffdefiziten, auch diese den Mikroorganismen weichen und Massenvorkommen des Abwasserpilzes Sphaerotilus natans zu beobachten sind.

Die Saprobieklasse bewertet die Abweichung vom saprobiellen Grundzustand des jeweiligen Gewässertyps.

Reaktion auf Belastung*

Der Metric-Wert nimmt mit steigender saprobieller Belastung zu.

Eine geringfügigere Zunahme des Metric-Wertes ist auf Grund weiterer Belastungsarten mit potamalisierender Wirkung (Aufstau, Feinsedimenteintrag etc.) zu beobachten.

Gewässerversauerung führt zu einer Abnahme des Saprobienindexes.

*Die Reaktion auf unterschiedliche Belastungsarten sowie die Typspezifität dieser Reaktionen sind bisher kaum untersucht.


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Prachtlibelle auf Grashalm

© 2018Universität Duisburg Essen | Datum: 23.06.2018
Online: http://fliessgewaesserbewertung.de/kurzdarstellungen/core-metrics/deutscher-saprobienindex/index.php