Fließgewässerbewertung - home

Litoral-Besiedler [%] (Ind.)


Bewertungsrelevant für die Typen

14, 15, 15_groß, 16, 17, 18

Beschreibung

Der Metric beschreibt den prozentualen Anteil an Individuen, die bevorzugt im Bereich des Litorals leben. Grundlage hierfür sind die autökologischen Einstufungen der Taxa bezüglich der präferierten Bereiche in der biozönotischen Längszonierung eines Fließgewässers bzw. der Tiefenzonierung in Seen.

Formel

n = Anzahl Taxa mit einer Einstufung zur biozönotischen Region (mit lfd. Nummer i)

Referenzen zu Entwicklung und Definition

Die Information über die Zonenpräferenz sind entnommen aus:

Referenzen zur Anwendung

Ökologische Aussage des Metrics*

Litoral-Besiedler sind an die Bedingungen der Ufer und Flachwasserzonen in Seen angepasst und bevorzugen daher geringere Strömungsgeschwindigkeiten, feinere Substrate sowie höhere Sommertemperaturen als typische Fließgewässerarten. Viele Litoralarten benötigen neben submersen und/oder emersen Makrophytenbeständen kaum weitere Strukturen. In ungestörten Fließgewässern unterliegen sie meist der Konkurrenz der anspruchsvolleren Fließgewässerarten und sind daher hauptsächlich auf Altarme beschränkt. Hohe Anteile an Litoral-Besiedlern weisen auf zu geringe Strömung, Strukturarmut im submersen Bereich oder fehlende Hartsubstrate hin. Auch fehlende Beschattung mit vermehrtem Makrophytenwuchs und höheren Wassertemperaturen können Litoralarten in den gefällearmen Tieflandtypen fördern. Ferner ist zu bedenken, dass viele Ubiquisten sowohl in verschiedenen Fliessgewässerzonen als auch im Litoral von Seen vorkommen und dementsprechend eine anteilige Einstufung mit Litoralpunkten für die Zonierungspräferenz besitzen. Hohe Anteile an Litoralarten können daher auch auf hohe Anteile an ubiquitären Taxa hinweisen.

Entsprechend den vorherrschenden Nahrungsketten in Seen finden sich viele Filtrierer und Sedimentfresser unter den Litoral-Besiedlern. Ihr Anteil verschiebt sich daher auch unter dem Einfluss von Faktoren, welche die Nahrungskette verändern (z. B. Saprobie, Aufstau).

Reaktion auf Belastung*

Der Metric-Wert nimmt mit zunehmender Belastung zu.

*Die Hinweise zur ökologischen Aussage des Metrics sowie zur Reaktion auf Belastung basieren zum großen Teil auf theoretischen Grundlagen; insbesondere die Reaktion auf unterschiedliche Belastungsarten sowie die Typspezifität dieser Reaktionen sind bisher kaum untersucht.


Schrift verkleinern Schrift vergrößern einspaltig zweispaltig Seite Drucken

Zu Favoriten hinzufügen
Seite empfehlen Seite empfehlen


Aktuell

Prachtlibelle auf Grashalm

© 2018Universität Duisburg Essen | Datum: 18.01.2018
Online: http://fliessgewaesserbewertung.de/kurzdarstellungen/core-metrics/litoral-besiedler/index.php