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Säureklassen


Bewertungsrelevant für die Typen

5, 5.1

Beschreibung

Mit Hilfe der Säureklassen nach Braukmann & Biss wird die Bestimmung des Säurezustands vorgenommen. Das Verfahren gilt nur für versauerungsgefährdete Gewässertypen (Typen 5 und 5.1) sowie wenige sehr pufferarme Gewässer anderer Typen.

Formel

Der Säurezustand wird nach dem Prinzip der empfindlichsten Taxa bestimmt, die eine Mindestabundanz erreichen.

Für 111 Makrozoobenthostaxa existieren Indikatorwerte von 1 bis 5, welche der höchsten Säureklasse entsprechen, in der das Taxon noch vorkommt:

Säureklasse 1: permanent neutral = nicht sauer,
Säureklasse 2: überwiegend neutral bis episodisch schwach sauer,
Säureklasse 3: periodisch kritisch sauer,
Säureklasse 4: periodisch stark sauer,
Säureklasse 5: permanent extrem sauer.

Zur Ermittlung des Säurezustands werden die Häufigkeitsklassen (bzw. alternativ die Individuenanteile) aller Indikatorarten, beginnend bei den säureempfindlichsten Taxa der Säureklasse 1, solange addiert, bis ein Schwellenwert von „4“ (bzw. ein Individuenanteil von 15 %) erreicht wird.

Die Säureklasse, in der die Summe von 4 erreicht wird, bestimmt den Säurezustand für die Probenahme. Wird dieser Schwellenwert nicht erreicht, so sind zu wenig eingestufte Organismen vorhanden und der Säurezustand kann nicht ermittelt werden.

Der Säurezustand entspricht der Qualitätsklasse des Moduls „Versauerung“, sofern es sich um natürlicherweise neutrale Gewässer handelt (Referenzzustand = Säurezustand 1). Dies gilt für die Gewässer des Typs 5.

Für Gewässer des Typs 5.1 wird der Säurezustand 2 als Referenzzustand angenommen. Dementsprechend wird die Qualitätsklasse um eine Stufe besser als der ermittelte Säurezustand angesetzt.

Bei versauerungsgefährdeten Gewässern anderer Typen muss die Qualitätsklasse analog um so viele Klassen verbessert werden, wie die Säureklasse unter Referenzbedingungen von 1 abweicht.

Referenzen zu Entwicklung und Definition

Referenzen zur Anwendung

Ökologische Aussage des Metrics

Der Säurezustand spiegelt das Taxadefizit wider, das durch Säurewirkung verursacht ist. Die Qualitätsklasse bewertet die Veränderung des Säurezustands in Bezug zum Referenzzustand, sagt also aus, inwieweit Taxa durch anthropogen bedingte Versauerung ausgefallen sind. Da Mollusca, Crustacea sowie die meisten Ephemeroptera zu den säureempfindlichen Taxa gehören und die meisten Plecoptera sowie viele Trichoptera zu den säuretoleranten, sind in Gewässern mit erhöhtem Säurezustand die Anteile der Plecoptera sowie Trichoptera erhöht, die Anteile der Ephemeroptera erniedrigt und die Mollusca sowie Crustacea fehlen fast vollständig.

Durch diese veränderte Artenzusammensetzung, insbesondere bezüglich der Plecoptera, wird der Saprobienindex zumeist erniedrigt.

Reaktion auf Belastung

Der Metric-Wert steigt mit zunehmender Versauerung und sinkt bei zunehmender saprobieller Belastung.

Toxische und andere Einflüsse, die eine Verarmung des Artenspektrums bewirken, können ebenfalls zur Zunahme des Metric-Wertes führen.


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© 2018Universität Duisburg Essen | Datum: 21.08.2018
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